Tag 3

19. August 2011

Lamanai:Ruinen im Urwald

Kanu fahren am frühen, Ruinen klettern am späten Vormittag

Indiana-Jones-Feeling pur: Wir erkunden die Ruinen im Urwald von Lamanai. Das besondere daran: Ausser uns ist kein Mensch unterwegs in der alten Maya-Stadt. Und: Heute ist Baumfrosch-Tag: ein Exemplar sitzt in einer Bromelien-Blütte, ein anderes hockt im Türrahmen unseres Mietautos.
Heute geht es früh los – und sportlich. Um 5.30 Uhr brechen wir auf zu einer Kanu-Tour auf dem New River Lagoon. Ruben paddelt mit einem Kollegen voran, Pierre und ich im 2er-Kanu hinterher. Die New River Lagoon ist so früh am Morgen spiegelglatt. Paddelnd gleiten wir ans andere Ufer und biegen in den Dawson Creek, einen von den Maya gabauten Bewässerungskanal. Es ist sehr ruhig – in der Distanz hört man die Brüllaffen brüllen. Ein Summen erfüllt die Luft – Bienen und andere Insekten. Sonst ist es ruhig. Hin und wieder lassen sich Vögel blicken, Eisvögel zum Beispiel oder den „Jesus-Christ“-Vogel, der von Seerosenblatt zu Seerosenblatt scheinbar übers Wasser läuft. Als die Sonne langsam aufgeht, öffnen sich nach und nach die Seerosen-Blüten.
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New River Lagoon (Alle Fotos)

Nach dem Frühstück fühlen wir uns fit genug, um die Erkundung der Maya-Ruinen von Lamanai anzugehen. Mit dem Auto fahren wir zum Parkplatz. Der ist komplett leer. Es ist gegen 9 Uhr. Die Besucher sind gebeten, zuerst beim Büro vorbeizugehen und die Eintrittsgebühr von 5 US-Dollar pro Person zu entrichten. Wir steuern besagtes Büro an – nur ist da weit und breit kein Mensch. Also machen wir uns einfach so auf zum Rundgang durch die Überresten der alten Maya-Stadt. Diese liegen, mehr oder weniger ausgegraben, mitten im Dschungel. Pfade führen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, vom Jaguar-Tempel über einen alten Ballspielplatz (der Letzigrund der Maya, sozusagen) zum gut „El Castillo“-Tempel.
Wir sind ganz alleine unterwegs, weit und breit keine anderen Touristen. Der Dschungel summt und surrt, Vögel rufen und zwitschern. Manchmal bricht eine Kokosnus von einer Palme ab und fällt mit lautem Knall zu Boden. Es ist hier im Wald recht schattig – aber sehr feucht-warm. Bald sind wir klitschnass und schweissüberströmt. Sonnencreme und Mückenschutz laufen davon. Hin und wieder werden wir deshalb arg von Moskitos belästigt.
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Lamanai (Alle Fotos)

Der Rundgang durch die Ruinen ist auch so schon recht anstrengend. Trotzdem wollen wir es uns nicht nehmen lassen, die steile, gut 30 Meter hohe „El Castillo“-Pyramide zu erklettern. Die Treppenstufen sind sehr hoch, wenig breit und ungleichmässig. Zum Glück gibt es ein Seil, an dem man sich hochziehen kann. Der Blick von oben ist fantastisch, über den Urwald und den New River Lagoon. Der Blick nach unten, die steilen Pyramiden-Treppen hinab, ist auch nicht ohne.
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Lamanai (Alle Fotos)

Neben den Bauten der alten Maya sind auch die Bauten der Natur mehr als beeindruckend. Die Pflanzen im Regenwald sind gigantisch: Bäume, Blätter – alles in Übergrösse. Und alles voll von Leben. Überall kriegt, krabbelt und hoppst es. Frösche, Echsen, Insekten. Nur Säugetiere kriegen wir keine zu sehen. Immerhin hören wir die Brüllaffen aus der Ferne.
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Bilder von Lamanai (Alle Fotos)

Nach 2 Stunden im Urwald baden wir im Schweiss. Bevor wir ins Auto steigen können, müssen wir einem Laubfröschli helfen, unser Auto zu verlassen. Der kleine Kerl hat sich in den Türrahmen gesetzt. Wie er dahin kam und wann, ist uns rätselhaft.
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Blinder Passagier: Laufröschli (Alle Fotos)
Zurück in der Lodge ersetzen wir das Mittagessen durch eine ausgiebige Dusche und 2, 3 Stunden Schlaf. Es ist mittlerweile leicht bewölkt. Bei einem Belikin, dem belizeanischen Bier, sitzen wir mit dem Laptop ein Stündli in der Lounge.
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Laubfröschli in Blume (Alle Fotos)

Auf dem Rückweg zum Bungalow entdecken wir einen Baumfrosch im Blütenblatt einer Bromelie. Unglaublich herzig. Gegen 16 Uhr nehmen wir ein Bad im New River Lagoon. Das Wasser ist braun-gelblich, aber sehr klar. Und sehr warm. Vor dem Abendessen unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durch den tropischen Garten der Lodge. Man entdeckt wirklich überall was: Raupen, Heuschrecken, Echsen ...

Heute sind neue Gäste angekommen. Darunter sind ... selbstverständlich Schweizer.