Tag 1

17. August 2011

¡Hola Mexico!

Tulum, "I was here"-Tourismus und eine netter Badeplatz

Wir haben heute die bekannte Maya-Ruinenstätte Tulum besucht - wie gefühlte 10 Millionen andere Touristen auch. Nach der Besichtigung bei 35 Grad und praller Sonne geht's zur Erfrischung in eine kleine Cenote, wo die Fische sich ausserordentlich über den "Schweizer Käse" freuen.
Jetlag sei Dank sind wir gestern Abend früh ins Bett und heute ebenso früh wieder raus. Die ersten beiden Nächte vergingen wir im Hotel Le Rêve bei Playa del Carmen. Das Hotel ist wirklich ein kleines Träumchen, klein, kompakt, ruhig. Das in einer Gegend, wo ansonsten ziemlich geklotzt wird im Tourismus-Bereich. Am Highway entlang folgt ein Resort auf das andere, und jedes versucht seinen Nachbarn mit noch grösseren und noch klotzigeren Eingangstoren zu übertreffen.
Wir waren vermutlich heute die ersten beim Frühstück, kurz vor 8. Die einzigen waren wir nicht - da war auch noch ein freundlicher kleiner Vierbeiner. "Eine Katze", hat Pierre zwischen zwei Schluck Tee gerufen, um gleich zu korrigieren. "Nein, das ist keine Katze - aber was ist es?". Katzengross, beige-orange, langer senkrecht in die Höhe stehender Schwanz mit Ringelmuster, niedliches Gesicht mit einer auffallend langen, rüsselartigen Schnüffelnase. Das Tier hat sich leider nicht persönlich vorgestellt - wir sind aber zum Schluss gekommen, dass es ein Coati (ein Nasenbär) sein müsse. Der Kerl ist recht zutraulich - das Hotelpersonal hat ihm angeblich den Namen "Pedro" gegeben. Scheint ein regelmässiger Gast zu sein.
Pedro, der Coati
Um nach Tulum zu kommen, fahren wir erst die einige hundert Meter lange Holerpiste mit den vielen Schlaglöcher vom Hotel bis an die Hauptstrasse. Das Auto ein Schüttelbecher - der gemietete VW übersteht die Fahrt problemlos. Für die restlichen 70 Kilometer bis nach Tulum gibt es aber zum Glück einen geteerten Highway - Speed Limit 100 km/h. Das Fahren hier ist überhaupt kein Problem - wenn man sich nicht daran stört, dass man auch mal rechts überholt wird.
Der Parkplatz für die Maya-Stätte von Tulum ist noch nicht stark belegt. Es ist kurz nach 10 Uhr. Die Aussentemperatur hat die 30-Grad-Marke bereits überschritten. Der Parking ist vom Eingang einige Hundert Meter entfernt - die ersten paar sind gepflastert mit Touristenkitsch-Verkaufslokalen, Bierverkäufern und einer Gruppe von überdekorierten Möchtegern-Indianern. Am Eingang sind die 51 Pesos Eintritt pro Person zu entrichten (Achtung: Fremdwährungen werden hier nicht akzeptiert). Dann geht's nochmals einige hundert Meter um die Anlage rum, bevor man durch einen engen Durchgang in der Steinmauer ins Innere gelangt.
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Tulum (Alle Fotos)

Die Maya-Stätte von Tulum wirkt wie eine Gartenanlage - grosszügige Wiesen, vereinzelt Bäume und dazwischen die Ruinen und ein paar Iguanas. Die Sonnen brennt gnadenlos. Unter jedem Baum, der ein bisschen Schatten spendet, scharen sich Touristengruppen um einen Guide. Es wird viel Französisch gesprochen, und Italienisch, und natürlich Englisch und Spanisch. Viele Touris sind in Bikini, respektive Badehose und entblösstem Bierbauch unterwegs. Das hat damit zu tun, dass es hier auch einen Zugang zum Strand gibt. Die Ruinen liegen direkt an der Küste, auf einem Felsen oberhalb der türkisblauen Karibik. Gleich neben der wohl eindrücklichsten Ruine, dem "El Castillo", führt eine Treppe hinunter zum Strand. Viele sind hier deshalb nach dem Konzept reinkommen, "I was here"-Foto vor der Ruine machen, ins Meer springen, fertig! hier. An den schönsten Fotoplätzen muss man schon mal anstehen, um auch ein Bild machen zu können.
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Tulum (Alle Fotos)

Gegen Mittag sind wir durchgeschwitzt und -gekocht. Wir haben genug gesehen - von den Ruinen und von den Touristenmassen. Nach dem Mittagessen (es gibt ein Subway - und überhaupt praktisch alle amerikanischen Restaurantketten) fahren wir zurück Richtung Playa del Carmen. Auf ca. halbem Weg die Möglichkeit für eine willkommene Abkühlung - in der Cenote Cristallo. Cenotes, die teils offenen Höhlensysteme mit glasklarem Wasser, gibt es hier einige. Manche wurden zu grossen Parks mit möglichst hohem Spassfaktor umgebaut. Einige, wie die Cenote Cristallo, sind recht einfach geblieben. Für 5 Dollar pro Person hat man Zutritt. Auf einem Dschungelpfad geht es runter zum Badeplatz. Es sind nicht viele Leute hier, ein paar Familien vor allem, und die meisten scheinen Einheimische zu sein. Das Wasser der Cenote ist glasklar, von grünlicher Farbe, und voller Fische. Letztere freuen sich über "Frischfleisch" - sie knabbern an den Beinen und Füssen rum, was ziemlich kitzelt. Ich schmecke scheinbar besonders gut. Die Fische rufen: "Endlich - echte Schweizer Käse … Füsse!"
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Cenote Cristallo (Alle Fotos)

in der Cenote schwimmt man zwischen den Fischen und Mangroven, in kleine Höhlen und Felsvorsprünge. Von einem Felsen aus kann man ins Wasser springen. Es sind etwa 3 Meter bis zur Wasseroberfläche - aber weil das Wasser so klar ist wirkt es viel höher. Das Schwimmen kühlt gut ab und erfrischt. Bei den 35 Grad Lufttemperatur ist man danach auch recht schnell wieder trocken. Wir fahren zurück zum Hotel, wo wir unseren Freund vom Vormittag, den Coati, wieder treffen. Wir testen die Karibik (seichwarm!) und den Pool, bevor wir im Hotel-eigenen Restaurant das Abendessen geniessen. Der "Gruss aus der Küche" ist ein leckeres mexikanisches Häppchen, Ei in einem Mais-Teig, dessen Name wir leider vergessen haben. Genauso wie den Namen des Yucatan-Style-Steaks, das Pierre verputzt und für vorzüglich befunden hat.